Mein Auslandsjahr in Argentinien

Ein ganzes Jahr in einem fremden Land am anderen Ende der Welt zu leben, war für mich eine der aufregendsten, lehrreichsten und schönsten Erfahrungen meines Lebens. Dank Rotary hatte ich die Möglichkeit, nach Argentinien zu reisen, eine neue Kultur kennen- und lieben zu lernen und Freundschaften und Familie fürs Leben zu gewinnen.

Ich habe in General Pinto, einem kleinen Dorf mit etwa 10.000 Einwohnern gelebt. Es liegt in der Provinz Buenos Aires im Landesinneren, etwa vier Stunden von der Hauptstadt Buenos Aires entfernt.

Als ich in Argentinien landete, war ich sehr aufgeregt. Doch das legte sich schnell, als ich meine Gastfamilie kennengelernt habe. Anfangs war manches noch ungewohnt, aber sie haben mich herzlich aufgenommen, mir all ihre Liebe geschenkt und mich von Anfang an ihre Tochter genannt. Generell haben mir es die Argentinier mit ihrer offenen und gastfreundlichen Art sehr leicht gemacht, mich einzuleben und wohlzufühlen. Auch Freunde habe ich schnell gefunden, obwohl wir gar nicht dieselbe Sprache sprachen, denn Spanisch musste ich erst noch lernen.

Die Schule in Argentinien unterschied sich sehr stark von der in Deutschland. Der Unterricht begann schon um 7 Uhr morgens und ging bis 12:25. Es war auch alles viel lockerer, man durfte immer ans Handy, viele haben während des Unterrichts Musik gehört oder sind eingeschlafen. Auch das Verhältnis zu den Lehrern war viel enger, sie wurden geduzt und einige waren sogar Eltern meiner Freunde.

Ich hatte vier Gastfamilien, die ich bis heute sehr liebe und immer noch eng mit ihnen in Kontakt stehe. Ich war ein fester Teil der Familie, durfte für sie kochen und backen, bin mit zu Familienfesten und Freunden gefahren. Nachmittags saßen wir oft zusammen in der Küche und haben Mate getrunken. Jeden Sonntag gab es Asado, dabei kam die ganze Familie mit den Großeltern, Onkels und Tanten zusammen. Es war immer sehr schön, wie wir gemeinsam die Zeit genossen haben und dabei riesige Berge an Fleisch verzehrt wurden.

Rotary war während des gesamten Jahres eine wichtige Stütze. Durch Reisen, Ausflüge und Camps konnte ich nicht nur die wunderschöne Natur Argentiniens erfahren, sondern auch andere Austauschschülerinnen und -schüler kennenlernen und internationale Freundschaften schließen. In meinem Fall wurden eine 8-tägige Reise nach Patagonien, in den Süden und eine 2-wöchige Reise in den Norden Argentiniens angeboten. Beides kann ich wärmstens empfehlen, die Catarátas de Iguazú an der Grenze zu Brasilien sind das Beeindruckendste, was ich je gesehen habe.

Ich bin an meinem Auslandsjahr sehr gewachsen. Ich bin selbstständiger geworden, habe gelernt, offener auf Menschen zuzugehen, geduldiger zu sein und mit Unsicherheiten umzugehen. Außerdem habe ich eine völlig neue Sprache gelernt, was eine großartige Bereicherung ist.

Rückblickend war die Zeit in Argentinien das schönste Jahr meines Lebens. Ich kann jedem, der die Chance hat, ein Austauschjahr zu machen, nur empfehlen, dieses Abenteuer zu wagen. Ihr werdet es nicht bereuen und kommt als anderer Mensch zurück.

Lotte Gastreich

Infos und Kontaktpersonen:

Rotary Jugendaustausch: https://share.google/uToxkoNJSwyeJuYtU

Rotary Club Düren – Jugenddienst: André Lehmann Jugenddienst@rotary-dueren.de